Auch nach drei Monaten sieht das LG N4B1 immer noch Top aus und macht sich gut im Serverschrank. In diesen Monaten konnte ich das Gerät ausführlich ausprobieren und testen. Gleich vorweg: Wer einfach viel Speicherplatz im Netzwerk braucht und ab und zu seine Daten auf Blu-Ray sichern möchte ist mit diesem Gerät sicherlich gut beraten. Büros und Arbeitsgruppen mit mehr Anforderungen sind mit anderen Lösungen sicherlich besser bedient.
Das NAS lässt sich sehr einfach einrichten. Nach einer Nacht Wartezeit, in der die Festplatten formatiert werden, lassen sich simple Dateifreigaben über Benutzer und Gruppen verwalten. Diese Freigaben lassen sich dann mit Linux-, Mac OSX- und Windows-Boardmitteln einfach als Laufwerke einbinden und mit (fast) allen Programmen nutzen. Wir nutzen OpenOffice, welches die Zugriffe sehr gut regelt.
Für einen „Dropbox“-Betrieb (oder auch „Briefkasten“) können die Freigaben leider nicht genutzt werden. Lediglich Schreib- und Lesezugriff, nur Lesezugriff oder kein Zugriff stehen zur Auswahl. Die Auswahl ist dann leider auch auf Freigabeebene beschränkt, innerhalb einer Freigabe können keine feineren, wie von UNIX-artigen Betriebsystemen gewohnt, Rechte vergeben. Eine richtige Dropbox sollte nur vom Besitzer les- und schreibbar sein. Alle anderen sollten schreiben, jedoch nicht lesen dürfen. Ein Admin-Zugang über ssh würde für die Einrichtung reichen, schließlich scheint das Gerät auf einem Linux-Betriebsystem zu basieren.
Weitere Zugangsarten, die man sicher von einem NAS erwarten darf, wie nfs oder iScsi sind nicht implementiert oder zumindest nicht zugänglich. Das freie System FreeNAS implementiert beispielsweise all dies und mehr, kostet nichts und müsste doch eigentlich auch auf dem LG NAS zum laufen zu bewegen sein. Hier sollten sich die LG-Ingenieure mal etwas abgucken oder ihre Systeme explizit für FreeNAS kompatibel machen. Linksys hat durch einen ähnlichen Schritt den Router WRT54G äußerst erfolgreich vermarkten können weil Entwickler die Funktionen des Gerätes selbst erweitern können.
Der angekündigte AFP und TimeMachine-Support entpuppt sich als ziemlicher Flop. Zuerst funktionierten die AFP-Freigaben nicht. Mangels nicht vorhandenem Apple Equipment bei LG Deutschland konnten mir auch kein Support-Mitarbeiter weiterhelfen. Durch ausprobieren fand ich dann heraus, dass die AFP Freigabe mit langen Passwörten und Sonderzeichen nicht funktioniert. Also nicht mit sicheren Passwörten funktioniert. Mein Versuch meinen Mac nach einer Passwortänderungen per TimeMachine auf dem NAS zu sichern scheiterte an der NAS-seitigen Großenbeschränkung der Sicherungsdatei auf etwa wenige hundert Gigabyte. In dieser Kombination darf ich sicherlich von einer nicht vorhandenen, obwohl angespriesenen, TimeMachine-Funktionalität sprechen. Gerade bei Backups sollten sichere Passwörter genutzt werden und künstliche Größenbeschränkungen machen bei heutigen Datenmengen und einen 4 TB NAS keinen Sinn.
Für mich verzichtbar sind sicherlich der Kartenleser und die sonstigen Anschlüssen am NAS. Es steht im verschlossenen Serverschrank und ist daher nur für den Admin zugänglich. Bei Sicherungen von USB-Festplatten ist der USB-Port theoretisch praktisch, die Geschwindigkeit an diesem ist jedoch wider Erwarten schlechter als per Ethernet. Insofern wird er nicht genutzt. Gerade wegen der schlechten Netzwerkperfomance würde ich mir eher die Möglichkeit wünschen, das NAS als externe Festplatte per USB oder Firewire zu nutzen. Dann würde auch der Kartenleser wieder Sinn machen…

Offenes LG N4B1: sehr aufgeräumt und keine weiteren Schnittstellen
Alle meine Versuche um mich auf dem System irgendwie extra einzuloggen oder eine andere Firmware aufzuspielen liefern schief. Leider hab ich auch intern keine Schnittstelle für einen Monitor und Tastatur gefunden, insofern benötigt man schon ein sehr spezielles Image um das NAS mit anderer Software zu bespielen. Meine Empfehlung an LG ist, dass System mit „normaler“ Hardware, z.B. Intel Atom basiertn, auszustatten und die Software des FreeNAS-Projektes zu nutzen und anzupassen. Das System würde zwar nicht günstiger, allerdings könnte es dann auch gehobenere Ansprüche bedienen.
Wir werden das System unserem neuen Mac Mini Server als Datenspeicher zur Verfügung stellen, jedoch die Freigaberechte über diesen Regeln. Für die Archivierung nutzen wir den integrierten Blu-Ray-Brenner.
Das LG NAS N4B1 ist am besten für Arbeitsgruppen geeignet, die einfach viele Daten teilen möchten. Die einzelnen Dateien sollten klein sein.
An dieser Stelle möchte ich LG für die Testaktion danken und hoffe, dass ich hilfreiche Aspekte für die Weiterentwicklung aufzeigen konnte. Gespannt werde ich verfolgen, wie sich LG in diesem Marktsegment weiterentwickelt.
3 Kommentare
Hast du mal nach einem Firmwareupdate geschaut? Denn beim N2B1 steht iSCSI zur Verfügung.
Mir ist keine neue Firmware mit dieser Funktionalität bekannt.
Hast Du mal ausprobiert ob es auch vernünftig funktioniert?
Auch ich habe mir mehr von dem Gerät versprochen. Die Geschwindigkeit im Netz ist nicht berauschend. Aber das schlimmste ist, das angeschlossene Usb Festplatten für jeden im Netzwerk vollen schreib und lese Zugriff bieten. Dümmer gehts ja garnicht. Auch hätte ich mir eine Backupfunktion von NAS auf USB gewünscht also anders herum wie im Gerät implementiert.